Das Problem: Eine Schraube, viele unbekannte Reibwerte
Bei Edelstahl-Schraubverbindungen entscheidet nicht allein die Zugfestigkeit über die Montagequalität, sondern die Reibzahl im Gewinde und unter dem Kopf. Streut sie stark, schwankt das Anziehdrehmoment bei gleicher Vorspannkraft. In der Praxis führt das zu Nacharbeit: Eine Charge sitzt zu locker, die nächste reißt oder verformt den Kopf. Besonders kritisch wird es bei automatisierten Schraubprozessen, weil der Anlagenregler die Streuung nicht kompensieren kann. Schon kleine Unterschiede in der Gewindereibzahl verschieben die erreichte Vorspannkraft und damit die Auslegungsreserve der gesamten Verbindung.
Die Ursache: Oberfläche, Fett und Toleranzen wirken zusammen
Die Reibzahl ist keine Werkstoffkonstante. Sie entsteht aus Mikrogeometrie, Oberflächenenergie, Schmierstofffilm und Montagegeschwindigkeit. Unbehandelte Edelstahloberflächen bilden je nach Lagerung und Reinigung unterschiedliche Oxidfilme; zusätzlich variieren Gewindefertigung und Kopfauflage. Ein universelles Fett hilft kurzfristig, ist aber prozessunsicher: Dosierung, Alterung und Entmischung verändern den Reibwert. Die Folge ist ein Montagefenster, das sich nicht zuverlässig dokumentieren lässt. Auch die Prüfung nach DIN 946 liefert nur dann vergleichbare Werte, wenn Vorbehandlung, Auflagefläche und Prüfgeschwindigkeit exakt festgelegt sind.
Die Lösung: golisimo als definierte Gleitbeschichtung
golisimo setzt nicht am Schmierstoff, sondern an der Reibfläche an. Die Beschichtung erzeugt einen gleichmäßigen Gleitfilm mit engem Reibzahlkorridor, sodass sich Anziehdrehmoment und Vorspannkraft reproduzierbar koppeln lassen. Für belastbare Prozessfenster lohnt der Blick auf die dokumentierten Anwendungsdaten von golisimo: Dort werden Schichtaufbau, Prüfmethoden und Reibzahlbereiche gemeinsam beschrieben, statt nur einen einzelnen Messwert zu nennen. Entscheidend ist die Prüfung an der realen Schraubverbindung, nicht am Blechstreifen. Wer die Beschichtung in eine bestehende Linie integriert, sollte Taktzeit, Teilegeometrie und Entlüftung der Werkstückträger vor der Freigabe testen.
FAQ für die Serienmontage
Welche Werkstoffe kommen infrage?
Im Fokus stehen metallische Reibflächen, typischerweise Edelstahl- und Stahlschrauben. Aluminium erfordert eine separate Prüfung, weil die Oberfläche empfindlicher auf Reinigung und Vorbehandlung reagiert. Auch bei beschichteten Muttern muss die Paarung neu bewertet werden.
Wie wird die Reibzahl abgesichert?
Mit Montageversuchen nach definierter Vorbehandlung: mindestens drei Chargen, drei Drehzahlen und dokumentierte Auflagefläche. Ein einzelner µ-Wert aus dem Datenblatt reicht für die Freigabe nicht aus. Zusätzlich sollte die Streuung über den gesamten Lieferloszeitraum erfasst werden.
Ersetzt golisimo den Korrosionsschutz?
Nein. Die Gleitbeschichtung optimiert die Reibpaarung; sie ist kein vollwertiger Ersatz für eine separate Korrosionsschutzauslegung. Wer beides braucht, muss Schichtsystem und Prüfreihenfolge gemeinsam festlegen. Sonst kann eine nachträgliche Versiegelung den eingestellten Reibwert wieder verändern.
Was passiert bei Mehrfachverschraubung?
Mehrfachverschraubung verändert die Oberfläche durch Abrieb und setzt Partikel frei. Für sicherheitsrelevante Verbindungen ist deshalb ein eigener Test mit der vorgesehenen Wiederverwendungszahl nötig; die einmalige Erstmontage sagt darüber wenig aus.
